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Dirt - Musikvideo zu Dirt von Depeche Mode

Genre: Musik

Produktion: Sichtschutz
Drehort: Bad Rappenau
Produktionsjahr: 2005
Dauer: 5 min
Sprache: deutsch
Empfohlen*: ohne Altersbeschränkung
Eingestellt von: Sichtschutz

Inhalt

In "Dirt" versuchte ich abstrakte Begriffe grafisch darzustellen und so in einen ungewohnten Kontext zu bringen.

Die erste Einstellung, überschrieben mit "Leben" zeigt die Entstehung des Lebens aus einem Haufen Urscheisse (gespielt von mir^^)
Die folgende Sequenzen (ohne Überschrift) stellen Verwirrung Planlosigkeit und Schmerzen da.
Die mit "folge dem Mainstream!" überschriebenen Szenen bilden das Entstehen von Gesellschaften und Sozialen Gefügen ab.
"Sei Rohstoff" zeigt die Käuflichkeit Opferbereitschaft welche die Gesellschaft vom "Leben" verlangt.
"bete" zeigt das rutinierte Hochwürgen von sinnfreien aber hoffnungsspendenden Texten.
"Missbrauche" ist die Verbildlichung der Ersten von zwei Grundsäulen menschlichen Zusammenlebens.
"werde Missbraucht" ist die Zweite Säule und gleichzeitig die Passivform der Ersten.
Die "und liebe es" Szene beschäftigt sich mit der unersättlichen Hingabe mit der man sich auf die Zwei bereits erwähnten Säulen stützen soll.
"konsumiere" ist die Aufforderung Teil der "Partypeople" zu werden und seinen nerfigen Verstand möglichst zu überdröhnen oder auszulöschen.
"Schweige" befiehlt sich aus der unterdückten Wut besser ein paar Magengeschwüre zu züchten als sie auszudrücken.
"und lächle" zeigt den Gemütszustand mit dem man den gezeigten Umständen entgegentreten sollte.
"denn niemand mag einen morbiden Bastard!" weist auf das Schicksal derer hin die ständig blos meckern und damit allen den Spass verderben.

Hintergrund

Vor etwa einem Jahr (2005), ich war Mitglied einer Theater AG die gerade „Lysistrata“ (mit mir als Chorführer ^^) über die Bühne gebracht hatte als ich mit einigen meiner Genossen einen uralten Streit vom Zaun brach. „Filme sind teuer, brauchen Unmengen an Knowhow und eine riesige Crew von Schauspielern unterstützt durch fachkundige Techniker.“ Das klang plausibel, aber irgendwie sagte mir mein Instinkt (obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas von „Amateurfilm“ gehört hatte) dass es auch anders gehen musste. „DIRT“ war gebohren, der Versuch meine Behauptungen man könne auch mit minimalsten Mitteln, mit Originalität und vor allem dem Umstand das man Filme drehen konnte die im Zweifelsfall niemandem gefallen mussten, ein Gerne erschaffen das gigantische Möglichkeiten eröffnet. Nachdem ich so große Töne gespuckt hatte setzte ich ein Limit für Produktionsgesamtkosten von 50 €. Bedingung war von diesen 50 € sämtliches benötigtes Equipment zu kaufen. Also ging es erstmal ab in den Mediamarkt um eine Kamera zu besorgen. Letztendlich eine noname Webcam für 30 € mit 3 Meter Verlängerungskabel. Von dem Restgeld kaufte ich Johannesbeersaft, schwarze Tinte, Sauerkraut in Dosen und Klebeband. Als Schnittsoftware lud ich mir gratis die 30 Tage Trialversion von Ulead- ViedeoStudio herunter. Mit der Software fand ich mich recht schnell zurecht so dass die „Dreharbeiten“ sofort beginnen konnten. 3 Meter nebenan (wegen des ziemlich begrenzten Kabels) in meinem Bad. Um mir bis zu letzt möglichst viele Wege offen zu halten verzichtete ich auf einen genaues Drehbuch mit Kameraeinstellungen ect. sondern schrieb ledeglich einige abstrakte Begriffe (Leben, Missbrauch, Konsum usw.) die ich darstellen wollte auf den „Drehplan“.

Der Kurzfilm war dann irgendwann fertig und ich war bereit mich der Kritik meiner Theaterkameraden zu stellen. Was allerdings dann erstmal versandete weil wir irgendwie nie die Zeit gefunden haben uns das ganze im Medienraum anzusehen. So geriet der Ring, öhm ich meine der Film in Vergessenheit bis die Schulleitung eine „Nacht der Künste“ ausrief, so etwa im Stil einer Open Mic Night bei der man mit allem auf die Bühne konnte wenn man es nur selbst mitbrachte. Diese Gelegenheit habe ich dann genutzt um noch etwas Feinschliff in die Schnitte zu bringen, so dass ich dann zwischen dem „fröhlichem Posaunenchor“ und „der Breakdancegruppe SOUNDSO“ etwas Zeit eingeräumt bekam um mit Beamer und Laptop bewaffnet auf die Bühne zu gehen, „Film ab“ zu sagen und mich an den angewiderten Gesichtern zu weiden. „Ooh, I've been dirt. And I don't care.”
Hinterher als ich dann zurück in den Lichtkegel des Scheinwerfers trat, diesmal bewehrt mit 2 Din-A4 Seiten verbaler Verteidigungslinie und voller zynischer Seitenhiebe, musste ich schockiert feststellen dass einige zu applaudieren begannen. Starr vor Fassungslosigkeit verkürzte ich meine Hassrede auf die schüterne Andeutung eines Winkens und die Worte „schönen Abend noch“ und baute kleinlaut ab.

Folgen:
Ich bin etwas später aus der Theater AG ausgetreten um mich voll dem Schreiben eines Drehbuches für mein hoffentlich nächstes Projekt zu widmen

Credits

Falls ich das noch nicht erwähnt hab: Es war Bedingung der Versuches dass ich völlig ohne Kameramänner, Tonechniker ect. auskommen sollte.
In diesem Sinne: Technik / Schauspiel: Sven Klawitter




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2805 Besucher, Einstellungsdatum: 14.04.2006 20:01, letzte Bearbeitung: 12.03.2007 09:55

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