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Kommentare zu Wie schätzt ihr eure Schauspielerfähigkeiten ein? (Umfrage)

Wie schätzt ihr eure Schauspielerfähigkeiten ein?

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freezer
Moderator
23.05.2008 08:08
Kommentare: 522
Forenbeiträge: 557

Hab die Umfrage überarbeitet und die Antwortmöglichkeiten von "Sehr schlecht" bis "Weltklasse" in die jetzigen Antworten geändert, da dies erfahrungsgemäß nur zu Selbstübereinschätzung geführt hätte.
Robert Niessner - 8020 Graz - Austria
 LOOM -Produktionsleitung / Licht / Postpro
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screen
User
24.05.2008 10:19
Kommentare: 161
Forenbeiträge: 297

Bis jetzt hat ja die Mehrheit auf "Ich schauspiele nicht" geklickt. Ich hab da die Erfahrung gemacht das Verwandte aber auch andere die den Film sehen, fast nur die Schauspieler loben weil sie nicht wirklich sehen können was hinter der Kamera gearbeitet wird.
Viele werden es mir bestätigen können, aber das ist doch die eigentliche, schwere Arbeit?

mfg screen


DamonHawke
User
24.05.2008 13:02
Kommentare: 139
Forenbeiträge: 109

Ich würde sagen: Äpfel und Birnen. Schauspielerei ist die Fähigkeit, in die Haut von jemand anderem zu schlüpfen und gleichzeitig alles zu versuchen, damit keiner merkt, dass man nur "spielt". Das ist natürlich anstrengend. Man muss eine Stimmung finden und sie halten. Evtl. mehrfach reproduzieren. Im schlimmsten Fall muss man auf Befehl komisch sein. Seid mal spontan komisch! Und wenn man die Sache ernster betreibt, leiert man ja nicht nur seinen Text runter, sondern man interagiert mit den anderen, wiederum eine hochkonzentrierte Angelegenheit. Dann kommt noch der Gefühlstumult. Ich sage nur Liebesszene mit der Freundin eines Freundes. Das ist Stress!

Regie ist in erster Linie Organisation. Und in zweiter Linie Motivation. Und dann kommt noch dieser kreative Aspekt mit rein. Das ist natürlich anders anstrengend. Vor allem Motivation wird gern vernachlässigt. Aber du musst ja für die Darsteller, strenger Vater, gütige Mutter und verständnisvoller Freund sein. Und Psychologe, der alle Rollen geistig parat hat und augenblicklich vermitteln kann, wie sie ticken. Der Regisseur muss für alle mitdenken, auch wenn er sich ständig wünscht, er müsste es nicht. Licht, Ton, Position der Kamera, der Darsteller - das kann sich auch von allein machen, aber der Regisseur hat ja eine Vision. DAS ist Stress!

Ich finde die letzte Antwort ein ganz kleines bissel heikel - meiner Meinung sollte JEDER, der Regie führen will, wenigstens schon einmal selbst vor der Kamera oder auf der Bühne gestanden haben. Und ich meine nicht nur einmal durchlaufen à la Hitchcock. Wie will man wissen, was die Darsteller gerade empfinden und brauchen, wenn man selbst nie in der Situation war?
 Team Feuerfeder
mp
User
24.05.2008 14:29
Kommentare: 92
Forenbeiträge: 141

Schauspielerführung im Amateurfilm


Genau an dieser Beziehung "Regisseur - Schauspieler" muss man meiner Meinung nach eine der größten Schwierigkeiten im Amateurspielfilm festmachen:

Für jeden Schauspieler ist es schwer, zu einen, weil sie etwas vormachen, zum anderen, weil sie natürlich sein sollen. Da schließe ich mich DamonHawke an. Der Grad zwischen zu viel (Over-Acting, Theaterschauspieler, übermotiviert...) und zu wenig (emotionslos, Text heruntergeleiert, motiviert aber eigentlich untalentiert usw.) ist ziemlich schmal.

Sagt ein Regisseur z.B., dass er eine Szene aggressiver gespielt haben möchte, wissen viele Amateur-Schauspieler – wenn sie ehrlich sind – oft nicht, wie sie das am besten umsetzen können. Mit dem Resultat, dass sie es einfach mit einer aggressiveren Tonart versuchen und alles andere vernachlässigen.

Aber wichtig ist viel mehr: Körperspannung, Mimik, stimmlicher Ausdruck, in der Rolle bleiben (auch wenn man nicht bildwichtiger Teil ist) und viele weitere Details müssen beachtet werden - vom Schauspieler und vom Regisseur.

Viele Regisseure reizt aber die Komplexität der Aufgaben, die ein Film mit sich bringt. Dass man sich nicht in alle Aufgaben fundamental einarbeitet, ist auch klar. Gerade vor dem Hintergrund, dass viele Amateurfilm-Regisseure wenig eigene Schauspielerfahrung haben, kommt neben den vielen organisatorischen, motivatorischen und technischen Aufgaben, die ein Amateur-Regisseur hat (manchmal noch in Personalunion mit anderen Aufgaben), die eigentliche Schauspielerführung aber oft zu kurz. Sei es mangels Zeit, Erfahrung, oder sonstigem...

Daher ist man auch mal ganz zufrieden mit dem, was vorgespielt wurde, obwohl man weiss, dass es viel besser geht. Dafür müsste dann aber meist unverhältnismäßig viel Zeit zusätzlich investiert werden. Um auf das obige Beispiel zurückzukommen: Wenn der Regisseur sieht, dass der Schauspieler nicht weiss, wie der die Aggressivität besser darstellen kann, reicht eben die gegebene Regieanweisung nicht aus. Der Regisseur muss dann detailierter erklären können, was er eigentlich haben will. Und genau an dieser Stelle scheitert die Schauspielerführung schon, wenn andere Dinge im Projekt wichtiger sind.

Oft fehlt auch echte Selbstkritik und konstruktives Feedback (egal ob vom Publikum oder vom Team), zum einen, weil Mitwirkende und Publikum oft Freunde sind und einen nicht "echt" kritisieren können oder wollen, zum anderen, weil sich mit Fertigstellung eines Projektes in der Regel eine Eigendynamik und Euphorie entwickelt, dass man sich gleich Gedanken darüber macht, was man beim nächstem Mal alles machen kann und was man in Zukunft besser nicht mehr macht. Aber nicht, was man unbedingt besser machen muss.

So wird das Niveau in diesem eigentlich zentralen Bereich bei vielen Filmteams oft nur langsam gehoben, auch wenn man die Problematik vielleicht schon lange erkannt hat. Nicht nur wegen der fehlenden technischen Feinheiten sondern auch deshalb sieht Amateurfilm eben oft wie Amateurfilm aus.

1. Ich nehme mein eigenes Team von dieser Kritik nicht aus.
2. Ich hoffe, ich werfe hier nicht wieder all zu provozierende Thesen in den Ring.
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Jay
Administrator
24.05.2008 15:47
Kommentare: 907
Forenbeiträge: 1734

es ist sehr wichtig als regiesseur zu wissen, wie schwierig schauspielern eigentlich ist.

ich hab das ja nun schon hin und wieder probiert und für einen anfänger vielleicht auch ganz gut hinbekommen, aber der unterschied zu den (angehenden) profis, mit denen wir öfter arbeiten (von schauspielschulen oder theater) ist da wirklich noch ein himmelweiter unterschied.
daher hab ich auch den "Erfahrener Anfänger" angeklickt, denn einfache rollen trau ich mir zu

im übrigen kann ich mich DamonHawke und mp ausnahmslos anschließen.
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HomeMovieCorner
User
24.05.2008 22:34
Kommentare: 92
Forenbeiträge: 75

Es hat eine Zeit gegeben, da hat mich Schauspiel sogar sehr gereizt. Ich habe auch mehrere Jahre bei einem Amateurtheater mitgespielt. Anfangs kleine Rollen, aber dann immerhin eine der beiden Hauptrollen in Oscar Wildes "Bunbury - Ernst sein ist alles". Aber irgendwann bin ich an einen Punkt gestoßen, wo ich mich nicht mehr verbessern konnte (bzw. der Regisseur mich auch nicht weiterbringen konnte). Habe mal "Erfahrener Anfänger" geklickt.

Man darf auch nicht vergessen: Zwischen Theater- und Filmschauspielerei ist ein gewaltiger Unterschied. Das habe ich gemerkt, als ich bei einigen Filmprojekten mitwirkte - und einfach von der Gestik her zu übertrieben rüberkam. Auf der Bühne braucht man so etwas, dass man auch noch in der letzten Reihe gesehen wird. Aber beim Film kommt das nicht so gut rüber.
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