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Kommentare zu Nirgendwo (Film)

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6 Kommentare (davon 4 mit Bewertung)
Durchschnittsbewertung: 8.50 Punkte
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CIS
Admin
01.07.2012 18:48
Kommentare: 219
Forenbeiträge: 43

Bewertung:
9 / 10 Punkte
Hat mir gut gefallen! Trifft meinen Geschmack!

Zunächst mal dazu:
"aber möchte ich auf Sätze wie '...bei 0:45 sieht man...' verzichten."
Warum möchtest du sowas nicht hören? Ich finde das hilfreich und auch fairer und nachvollziehbarer als Pauschalbehauptungen.

Bleiben wir bei der technischen Seite:
Die Bildqualität ist recht bescheiden, man sieht oft deutliche Verpixelung, der Ton zerrt öfter mal. Das ist schade. Geht das nicht besser?

Ansonsten waren es zwei Punkte:

- Das Grading und dessen Continuity. Man sieht, dass das nicht völlig dem Zufall überlassen wurde, trotzdem ist es an manchen Stellen nicht gerade stimmig. Für meinen Geschmack die Farben auch zu sehr aufgedreht, ich steh eher auf Entsättigung. Aber das ist Geschmackssache.

Spoiler (zum Lesen anklicken)
- Die Augen der sprechende Bäume. Das wirkt einfach nicht und haut mich aus der Illusion. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Augen sehr transparent, fast unsichtbar über die Baum-Bilder zu legen.
Auch dramaturgisch ist diese Sequenz in meinen Augen die schwächste.


Darstellerisch fand ich die Erzählstimme der Mutter nicht immer gut, ansonsten nichts auszusetzen.

Der Rest sehr gelungen: Interessante und durchdachte Schnitte, starke Bilder, passende Musik.

Zur Story: Wie gesagt: Ich mag so etwas eben. Die einzelnen Ebenen sind auch gut miteinander verwoben und vieles bleibt doppeldeutig. Verzichten können hätte man auf die Art "halbe Auflösung" ganz am Ende. Das hätte ruhig noch offener und verworrener sein können.

Unterm Strich ein Amateurfilm, der mir in 12 Minuten mehr Inspiration und auch Unterhaltung gab als viele Hollywood-90-Minüter. Einige verschmerzbare Schwächen. Daher 9 Punkte.
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Sperling
User
02.07.2012 01:05
Kommentare: 23
Forenbeiträge: 2

Bewertung:
9 / 10 Punkte
Herr Ullrich, fette Sache. Vielleicht die besten 12 Minuten die ich auf der Seite hier verbracht habe, hatte schon fast ein wenig die Hoffnung aufgegeben mal wieder beeindruckt zu werden.

Ab hier kommen SPOILER. Ich kann keine Spoilerboxen machen, aber mein Gott, gibt wichtigeres im Leben. Wer ihn noch nicht angesehen hat, sollte das sowieso jetzt nachholen.

Dramaturgisch gelungen auf jeden Fall, die Spannung ist erhalten geblieben, die Geschwindigkeit war immer sehr schön abgestimmt. Klar, die Auflösung war nach einer Weile zu erwarten, aber man (das heisst ich) war auch so in den Film hineingesogen, dass man sich da nicht zuviele Gedanken gemacht hat. Die Balance zwischen Realität und Traum war auch gut gemacht, nie ins Klischee gefallen und nie zuviel gewesen.
Aber leider gibts von mir hier doch noch ein dickes Minus: Das Ende mit ihr als Psychatriepatientin mit einer Puppe redent war vielleicht mal irgendwann Ende der Neunziger cool, aber mittlerweile bin ich leider davon etwas übersättigt. Da macht sich bei mir das Gefühl breit, jemand hat noch händeringend nach einer schlimmstmöglichen Wende gesucht.

Szenenbilder waren sehr oft sehr der Hammer. Klares Beispiel natürlich die Figur auf der Bahnhofsbank. Großartig. Das Auftauchen der Frau auf den Gleisen hatte einen unglaublich guten Horror, hat gut gewirkt. Die tanzenden Gestalten zwischen den Bäumen fallen hier natürlich auch noch mit rein. Die Fernsehclips auf dem Zug waren eine richtig gute Idee, Erinnerungen an Filmrollen werden natürlich ganz groß. Fands aber doch in der Umsetzung zu aufdringlich. Persönlich würd ich das dezenter machen, was natürlich zum nächste Thema leitet: Augen in Bäumen. Klar, das war etwas amateurhaft reingearbeitet und hat einen schon aus der filmischen Realität gerissen, aber im großen und ganzen eine gute Szene. Wären nur eben noch viel besser, wenn du dir nen Tag Zeit nimmst und versuchst das noch etwas nachzubearbeiten.
Eins hab ich vielleicht nicht verstanden, sag dus mir: Warum rennt die, übrigens fantastische, Protagonistin immer über einen Krankenhausflur? Die Geschehnisse spielen doch in einer Wohnung, oder? Oder ist das schon die Psychatrie und sie fetzt da noch durch die Gegend? Hat mich immer etwas verwirrt muss ich sagen.

Abschließend noch paar Kurzfassungen: Protagonisten wie gesagt fantastisch, ich hab ihr sehr gerne zugesehen. Ist sie richtige Schauspielerin oder gut angeleitet worden? Der Protagonist war auch sehr gut, genauso wie Schnitt und eine verdammt gute Kamera. Letzteres hat mich besonders an den Bahnhöfen und am Gleis begeistert.

Müsste alles sein was ich gerade dazu zu sagen hab, würd mich echt freuen mehr von dir zu sehen. Alles andere kann man ja aus der Bewertung lesen



Es wurde eine differenzierte Bewertung abgegeben:
Grundidee7/10 Punkte
Story / Drehbuch9/10 Punkte
Schauspiel10/10 Punkte
Kameraführung10/10 Punkte
Musik9/10 Punkte
Sound Design9/10 Punkte
Schnitt / Montage10/10 Punkte
Grading7/10 Punkte
SFX / VFX7/10 Punkte
Gesamteindruck10/10 Punkte
Gesamtbewertung9/10 Punkte
pirao
User
02.07.2012 17:39
Kommentare: 33
Forenbeiträge: 24

Keine Bewertung
Wow! o.O

Ich bin total baff wegen eurer Meinung.

Toll, dass ihr euch so mit dem Film auseinander gesetzt habt.
Toll, dass es diese Website gibt.

Ich gebe euch vorneweg Recht bezüglich der Feinheiten bzw. der Qualität.
Bildrauschen, Special Effects und so.

Das Projekt sollte mich ins kalte Wasser schmeißen.
Ich hatte vor mir ein "großes" Ding vorzunehmen und zu sehen was für Probleme einen erwarten obwohl man plant.

HAHA...kein Scheiß...
Ich glaub soviele Zeichen hab ich hier ga net zur Verfügung um alle aufzuzählen.

Der Film ist komplett mit meinem Laptop bearbeitet worden.
Ich muss zugeben: Irgendwann haben Maschiene und Ich aufgegeben und wollten
nur fertig werden. Das mach ich aber beim nächsten Projekt wieder gut.

Viele Elemente sind auch in der Post-Produktion erst so entstanden.
Man hat zB die kack Sonne in den Fenstern des Zugs gesehen,
daher kam erst die Idee die Fernsehsendung hineinzuschneiden.

Muss zugeben, dass ich mich hier auch kreativ auslassen wollte.

Auf meine Schauspieler bin ich krass stolz. Laura ist mein "perfect Cast".
Sie ist echte Schauspielerin. Wir beide haben uns vor Jahren beim Jugend-Theater
kennen gelernt und ich erzähl ihr seitdem, dass ich n Film mit ihr drehen,
oder zumindest sehen will. Jetzt wars soweit.

Ich denke man hat sich bei der Arbeit sehr gut ergänzt. Ich wusste ja was sie kann,
aber eigentlich hab ich meistens nur ein Bild bzw. Stimmung vermittelt was ich einfangen will und hab sie machen lassen. Ich hab sie aber auch in den Pausen gefilmt.
Findet sogar Verwendung im Film.

Achso...der Flur.... der Flur soll beides sein. Krankenhaus wie auch Wohnungsflur.
Die letzte Einstellung mit dem Arzt ist die einzige mit den roten Warnschildern am Ende des Ganges. Ich hatte mir vorgestellt, wie der Flur als "Brücke" funktionieren soll.

Zum einen könnte sie sich schon in der Anstalt befinden und wirklich nur wegen ihrem Wahn im Gang rumrennen. Dann wäre aber die Szene mit Vater in Flur nur Fantasie.

Der Flur muss aber in der Wohnung sein, weil Vater wie Mutter in das
Kinderzimmer rennen. Also ist der Vater real und der Flur ist in der Vergangenheit.

Absolut widersprüchlich. Wenn du verwirrt bist, hats seinen Zweck erfüllt.


Vielen, vielen Dank für eure Kritik. Weiss ich sehr zu schätzen.
Ich hoffe ich bin auf alle Punkte eingegangen.

MfG, Fabio.





"Ya know who we got here!? Motherlover Charly Bronson!!"
ArtDirector
User
04.07.2012 22:03
Kommentare: 10
Forenbeiträge: 0

Bewertung:
8 / 10 Punkte

Es wurde kein Kommentar abgegeben.
Bavarijan
User
24.08.2012 14:36
Kommentare: 2
Forenbeiträge: 2

Bewertung:
8 / 10 Punkte
Gelungen

Hallo Fabio,

kann mich in vielen Punkten was Kameraarbeit und Dramaturgie sowie Schauspiel angeht meinen Vorrednern nur anschließen.
Allein mit den Augen in den Bäumen konnte ich nicht viel anfangen. Den Flur als Brücke zu nutzen zwischen Zuhause und in der Klinik hat bei mir leider nicht funktioniert.
Die Sendungen in den Zugscheiben, sehr gute Idee - da könnte ich direkt neidisch sein ... Auch die maskierte Person am Bahnhof gruselt und verfehlt ihren Effekt nicht. Allerdings hätte der Film auch sehr gut funktionert, wenn er nur 10min. lang gewesen wär.

Ich mag Geschichten die keinem 08/15-Schema folgen und auch mal abseitige/hintergründige Themen behandeln - weiter so!

Gruß Bavarijan



Es wurde eine differenzierte Bewertung abgegeben:
Grundidee8/10 Punkte
Story / Drehbuch9/10 Punkte
Schauspiel9/10 Punkte
Requisite8/10 Punkte
Kameraführung9/10 Punkte
Beleuchtung7/10 Punkte
Musik7/10 Punkte
Sound Design6/10 Punkte
Schnitt / Montage10/10 Punkte
SFX / VFX8/10 Punkte
Gesamteindruck9/10 Punkte
Gesamtbewertung8/10 Punkte
pirao
User
24.08.2012 14:48
Kommentare: 33
Forenbeiträge: 24

Keine Bewertung
Vielen Dank!

Ich bedanke mich herzlich für den Zuspruch und stimme allen bisherigen Meinungen überein.
Genau sowas braucht der Künstler in mir.

Jetzt muss er nur noch erwachsen werden.

MfG, Fabio.
"Ya know who we got here!? Motherlover Charly Bronson!!"
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