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Equilibrium - Killer of Emotions

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HomeMovieCorner
User
01.06.2005 16:53
Kommentare: 92
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Equilibrium - Killer of Emotions

2005 ist wohl das Jahr des britischen Schauspielers Christian Bale - zumindest für mich. Ich habe ihn heuer in "American Psycho", "The Machinist" und "Equilibrium" gesehen - und demnächst kehrt er als Flattermann in "Batman Begins" auf die Leinwand zurück (und den werde ich mir sicher auch anschauen, da ich schon immer ein Batman-Fan war).

Da es die DVD gerade im Angebot gab, habe ich mir den Sci-Fi-Film "Equilibrium" zugelegt. Ein Freund hat ihn mir empfohlen, sogar gemeint, dass er etwas an Matrix erinnert - nur mit einer besseren Story.

In naher Zukunft im fiktiven Staat Libria: Die Regierung hat erkannt, dass die Wurzel allen Übels das Gefühl ist. Kriege gibt es, weil es Hass gibt. Ergo muss man das Gefühl unterdrücken. Dies geschieht mit der Wunderdroge Librium, die die Menschen gefühllos werden lässt. Jeden Tag muss sich die Bevölkerung von Libria die Droge selbst verabreichen, danach fühlt sie nichts mehr: Keinen Hass, aber auch keine Liebe. Dafür marschieren sie brav im Trott der Gesellschaft und sind produktiv. Doch einige Leute wehren sich, setzen die Drogen von selbst ab - und horten Kunstschätze (deren Besitz mit der Todesstrafe bestraft wird, da Kunst Emotionen provoziert).

Auftritt John Preston (Christian Bale), seines Zeichens "Kleriker" und Meister des Gun Kata (eine Art Kampfkunst, bei der zwei ordentliche Ballermänner als Verlängerung der Arme betrachtet werden - was in wirklich coolen und stylischen Kampfszenen demonstriert wird). Preston steht auf der Seite des Gesetzes und jagt als einer der Obersten die Widerständler. Er ist Witwer und Vater von zwei Kindern. Seine Frau zeigte mal Emotionen und wurde abgeführt (und später exekutiert). Auch einen "Freund" und abtrünnigen Kleriker (dargestellt von "Boromir" Sean Bean) erschießt er ohne Gewissensbisse. Doch dann passiert es: Die Ampulle mit der täglichen Dosis Librium zerbricht - und über Preston bricht eine Welle von Emotionen herein. Unaufgearbeitetes (der Tod seiner Frau) macht ihm genau so zu schaffen wie ein herrenloser Welpe. Doch langsam freundet sich Preston mit seinen Gefühlen an - und er wird der schlimmste Gegner des Systems.

Ich muss sagen, dass ich relativ neutral an den Film herangegangen bin. Der Grund dafür war wohl die Aussage des Kumpel: "Wenn Dir 'Matrix' gefallen hat, wird Dir der auch gefallen!" Nun, "Matrix" hat mich nicht unbedingt vom Hocker gerissen...

Es wäre übertrieben, zu behaupten, dass "Equilibrium" der beste Sci-Fi-Film aller Zeiten ist. Ich halte ihn jedoch für ein gut gemachtes B-Movie, das echt zu unterhalten weiß. Zum einen spielt Bale wirklich gut: Zuerst eiskalter Killer, und dann einen Mann, der mit seinen Gefühlen nichts anzufangen weiß (sehr schön in der Szene zu sehen, als er zum ersten Mal eine Platte [Beethovens 9. - der Anfang verursacht auch mir immer wieder Gänsehaut] auflegt und davon ergriffen wird).

Die Story kann man als eine krude Mischung aus 1984, Matrix und THX 1138 beschreiben. Er wirkt nicht so, als hätte er ein großes Budget gehabt (relativ gesehen), dafür sind einige der Effekte zu pixelig, andererseits gibt es sehr schöne Kampfchoreographien (eben Gun Kata), die manchmal sogar interessanter und übertriebener als bei Matrix wirken. Es gibt auch einige Gedankenanstöße, die den Zuschauer zum Nachdenken anregen. Manches ist sogar ziemlich kult-verdächtig.

Andererseits gibt es sehr viele Logik-Fehler (z.B. Prestons neuer, überkorrekter Partner, der ehrgeizig, schadenfroh und heuchlerisch ist - und der nimmt täglich sein Librium?). Oder die Widerständler, die anscheinend blind sind, denn sie treffen am Anfang NIEMALS!!! (man fühlt sich fast an "Das A-Team" erinnert). An manchen Stellen ist auch der Pathos ziemlich lachhaft, z.B. jene Stelle, als Preston einen herrenlosen Hund vor der Exekution rettet.

Nein, es ist kein Muss-Film, aber ich finde ihn dennoch sehr unterhaltend.

7/10
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Cord
User
01.06.2005 18:02
Kommentare: 119
Forenbeiträge: 112

Also ich gebe Dir vollkommen recht. Der Film ist an sich nicht schlecht gemacht und hat durch einige Stellen irgendwie einen "Kultstatus".
Die Story hat mich nicht vom Hocker gerissen, weil ich schon "1984" kannte. Der Film hat meiner Meinung nach gar nichts mit "The Matrix" zu tun (außer eventuell die Stilrichten der Actioneinlagen). Aber zu der Zeit haben sich gerne Filme mit Matrix verglichen bzw. wurden damit verglichen. Alles Werbestrategie, wenn du mich fragst!
Das Ende fand ih ein wenig zu schnell dargestellt- vor allem das "Finale" wirkt irgendwie nach "hey, wir haben nur noch 4 Minuten!"

Ansonsten ist er sehr atmosphärisch und gut gemacht. Als B-Movie würde ich ihn nicht bezeichnen, da er dafür doch einen Tick zu professionell auf mich wirkt.
 cordneubersch.de
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HomeMovieCorner
User
02.06.2005 17:45
Kommentare: 92
Forenbeiträge: 75

Na ja, auch B-Movies können professionell gemacht sein - aber sie haben erstens nicht ganz das Budget eines großen Films, zweitens sind auch sehr viele Fehler drinnen. Das sind meine persönlichen Einteilungskriterien für B-Movies. Und "Equilibrium" hat sehr viele Fehler...
Cord
User
02.06.2005 19:03
Kommentare: 119
Forenbeiträge: 112

Das stimmt.
Allerdings gibt es auch so viele Filme, die man nicht zu B-Filme zählen würde, die ebenfalls voller Fehler sind.

Ich finde trotzdem, dass dieser Film irgendwie nicht direkt zu B-Filmen zählt. Auch mit weniger Budget und Filmfehlern!

Irgendwie strahlt der Film mehr als ein B-Film für mich aus!
 cordneubersch.de
 refugium-artworks.de
LosthirN
ehem. User
02.06.2005 19:36
Kommentare: 193
Forenbeiträge: 209

Ich fand den Film sehr gut. Er hatte tolle Actionsequenzen drin und eine Story die sehr zum Nachdenken anregt. Die schauspielerische Leistung von Christian Bale ist über jeden Zeifel erhaben. Er bringt das "Wieder-fühlen-können" sehr gekonnt rüber.
Meine Kritikpunkte sind, wie Cord bereits erwähnt hat, das sehr knappe Finale und die vergleichsweise schlechten Explosionen. Natürlich ist es schwierig in einem Film, in dem es um die völlige Ausschaltung der Emotionen geht nicht doch einen Hauch an Emotionen reinzubringen. Aber man kann jetzt natürlich argumentieren, dass Prozium (Die Droge heißt Prozium, nicht Librium!) die Gefühle nicht 100%ig ausschaltet sondern die Person in seinen Gefühlsäußerungen dämpft. Wenn man dieses Zeug sein gesamtes Leben genommen hat, dann kennt man nunmal nichts anderes.
Ein B-Movie ist dieser Film definitiv nicht, der für meine Definition von B-Movie zu professionell gemacht wurde und dessen Budget in Höhe von 20 Mio Dollar nicht gerade als gering eingestuft werden kann.

8 / 10
Quqo
ehem. User
02.06.2005 20:45
Kommentare: 11
Forenbeiträge: 3

Der Film ist der Hammer.
Einige kleine Schwächen wie schon oben erwähnt kann man ihn verzeihen.
Mann toll wäre es wenn man als kleiner Amatuerfilmer solche Filme machen könnte
Quqo
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21.11.2017 01:46



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HomeMovieCorner
User
03.06.2005 10:01
Kommentare: 92
Forenbeiträge: 75

Zitat:
Aber man kann jetzt natürlich argumentieren, dass Prozium (Die Droge heißt Prozium, nicht Librium!) die Gefühle nicht 100%ig ausschaltet sondern die Person in seinen Gefühlsäußerungen dämpft. Wenn man dieses Zeug sein gesamtes Leben genommen hat, dann kennt man nunmal nichts anderes.


@Losthirn: Echt? Die Droge heißt Prozium? Mir ist so vorgekommen, als ob in dem Film zwei Mal Wörter mit Libr- vorgekommen sind. Eben das Volk von Libria - und eben die Droge Librium, die dem Volk quasi den Namen gab. Das ist mir nämlich so explizit aufgefallen, dass mich das jetzt verwundert (ist wirklich nur eine Haarspalterei). Habe im imdb nachgeschaut - und da stand folgendes

Zitat:
Originally, the drug Prozium was named Librium (hence the term "People of Libria" as often referred to throughout the film). However, Librium turns out to be a registered trade name for the anti-anxiety drug chlordiazepoxide. The name was quickly changed to Prozium.


Also stimmt das mit dem Prozium - außer, ich habe vielleicht eine Version, in der man noch Librium sagt. Muss noch mal nachschauen.

Ein Budget von 20 Mio. merkt man dem Film aber nicht wirklich an. Gerade die computeranimierten Szenen finde ich ziemlich ungenau (wenn ich z.B. als Vergleich "Matrix" hernehme). Da gibt es diese eine Sequenz, in der die Stadt von oben gezeigt wird. Unten am Boden sind Realszenen - und dann wurde über diese eine Brücke gelegt, auf dem ein sehr pixeliger Panzer fährt.

Dass man nur vermindert Gefühle ausdrücken kann, das habe ich mir auch gedacht. Aber gerade Prestons neuer Partner ist ja Gefühl pur. Schadenfreude, Ehrgeiz, Wut, Enttäuschung (in der Szene, wie ihn Preston reinlegt). Und das eben viel zu kurze (irgendwie nicht durchdacht wirkende) Ende. Es sind vor allem die Logikfehler und der teilweise übertriebene Pathos (z.B. die Szene mit dem Welpen), die mich stören.

Hat jemand von Euch eine Ahnung/Vermutung, warum der Film bei uns nie in die Kinos gekommen ist?

Wie gesagt, ich halte den Film für gut und für kultig, dennoch wird er für mich ein B-Movie bleiben. Es gibt einige interessante Dinge an ihm, aber ich kann ihn aufgrund der Fehler einfach nicht ernst nehmen. Mein Motto: Lieber ein kultiges B-Movie, als ein langweiliger A-Film. Auch "Freddy vs. Jason" oder "Scream III" hatten sicher hohe Produktionsbudgets - aber auch das sind B-Movies (für mich).

@ Quqo: Ich weiß nicht, ob das ein kleiner Amateurfilmer zustande bringen kann. Aber viele Indie-Filmer zusammen sicherlich. Man muss sich nur mal Nydenion (http://www.nydenion.com/ - die hatten mal Spitzentrailer, aber leider finde ich die nicht mehr) oder Damnatus (http://www.damnatus.com/) ansehen. Der Dreh- und Angelpunkt bleibt aber letztendlich die Story.
Quqo
ehem. User
03.06.2005 10:16
Kommentare: 11
Forenbeiträge: 3

@HomeMovieCorner:
Du hast vollkommen Recht !
Ich denke wenn man die Talente vereint und die Leute auch noch über einen relativ langen Zeitraum motiviert an der Sache halten kann, steht einem (fast) nichts mehr im Wege, um einen Feature Film zu realisieren.

Equilibrium kam doch (man möge mich da korrigieren) zeitgleich mit dem 2 Matrix Teil in die Videotheken.
Ich habe nach dem ich Matrix 2 im Kino gesehen aus Zufall Equilibrium geliehen.
Und fand ihm damals dramaturgich spannender als Matrix 2. Obwohl natürlich die Effekte in Matrix 2 etwas besser waren (das ist auch rein subjektiv).

Ich habe Equilibrium dann auch als DVD gekauft und verleihe ihn hin-und wieder an ungläubige, die nach dem ansehen mit grossen Augen vor mir stehen und sich wundern warum sie von diesen Film noch nie etwas gehört haben

Grüsse an alle Kamera Sklaven...
LosthirN
ehem. User
04.06.2005 23:01
Kommentare: 193
Forenbeiträge: 209

Zitat:
Hat jemand von Euch eine Ahnung/Vermutung, warum der Film bei uns nie in die Kinos gekommen ist?

Vielleicht, weil er von seinen 20 Millionen Budget in den USA nur 1,2 Millionen Dollar wieder reinspielen konnte?
Siehe auch  www.filmstarts.de/kritiken/Equilibrium.html

Ich habe sowohl die englische als auch die deutsche Fassung des Filmes gesehen und in beiden wurde die Droge Prozium genannt. Der Name wurde auch auf einer Leinwand in der Stadt gezeigt. Wundert mich, dass der Name geändert wurde.

Bei deinem Kritikpunkt mit dem Kleriker Brandt, der irgendwie doch fühlen kann gebe ich dir teilweise recht. Auf der einen Seite besitzt er die Gefühle, die du bereits aufgezählt hast, auf der anderen Seite sagt er aber selbst, dass er oft weiß, was der Gegner fühlt und denkt. Er bezeichnet sich selbst als intuitiv.
Jay
Administrator
13.06.2005 16:07
Kommentare: 907
Forenbeiträge: 1734

ich fand ihn richtig gut und ich hätte ihn gerne im kino gesehen, schade dass er in den usa geflopt ist und deswegen bei uns erst garnicht in die kinos kam.
mich haben die logikfehler nicht so sonderlich gestört, ich fand die action gut und ich fand auch das ende nicht zu kurz.
und: es wurde endlich mal eine lösung dafür gefunden, warum der actionheld unendlich munition hat

8/10
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