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Dirty Harry

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Mister-Brown
ehem. User
16.04.2007 17:46
Kommentare: 43
Forenbeiträge: 41

Heißa juchhe...auf solche Diskussionen fahre ich ja nun wirklich ab.

Zum Einen muss ich, jedoch aus anderen Motiven wie Jumperman sie nannte, auf den Zug aufspringen und mich der Meinung anschließen, dass ein solcher Film in diesem Forum herzlich wenig verloren hat. Seien wir ehrlich...das AFM mag kein allzu geringes Niveau haben, jedoch gewiss ein anderes und ganz bestimmt eine Zielgruppe, die sich die Filme in erster Linie deshalb ansieht, weil sie erwartet, unterhalten zu werden. Das soll keinesfalls Kritik darstellen, schließlich kann Unterhaltung genauso dumm wie intelligent sein.
VK selbst sagte ja, dass wenn Waldwächter Ihn kennen würde, er solche Srüche nicht kloppen würde. Es hätte ja schon genügt, sich mal in VK'S Filmographie einzufinden, um die richtige Herangehensweise an diesen Film zu erlernen.
So wie ich das sehe, ist VK einer, der Filme nicht um der Unterhaltung willen dreht, sondern um deren Bedeutung. Persönlich bin ich ja nicht gerade ein Freund von so etwas, da ich mich der Meinung anschließen muss, dass ein Film unterhalten soll (weswegen ich auch keine Bewertung zu Dirty Harry abgegeben habe, als ich noch die Möglichkeit hatte).
Was ich jedoch wirklich schade finde, und da hatte VK ganz Recht, ist, dass solche Filme im AFM kaum mehr eine Chance bekommen, einmal angeguckt werden und dann rausgekickt.
Diese Werke entsprechen zwar nicht der großen Masse der im AFM vertretenen Filme, müssen aber auch ganz anders betrachtet werden.
Daher fände ich es persönlich hilfreich, wenn für solche Film und Filmer eine extra Sparte eingerichtet würde, vertreten sie doch schließlich ein ganz eigenes Genre.
Aber genug der schönen Worte...schließlich sollte ich mit gutem Beispiel vorangehen.
Zuerst einmal, was mir beim ersten Betrachten auffiel...ein Videospiel abfilmen und als Film einstellen. Auch Harry Potter gegen eine Wand zu schmettern ist keine Kunst.
Soviel ist klar, so haben es wohl auch die Leute gesehen, die diesen Film fürs AFM unwürdig befanden. Klar ist das technisch betrachtet schlecht, aber man sollte sich, bevor man eine schlechte Kritik abgibt, selbst fragen, ob da nicht doch ein Sinn hintersteckt, ansonsten macht man es sich definitiv zu einfach.
Wäre dieser Film Nonsense gewesen, so hätte man ihn kürzer machen müssen, um ihm nicht den Witz zu rauben.
Durch die Länge und dadurch, dass absolut nichts neues passiert, gewinnt er etwas hypnotisches, dass über die Langeweile an sich hinausgeht.
Was will uns Herr Krieger nun mit seinem Werk sagen? Offen gestanden, ich weiß es nicht, aber...als geeigneter Zuschauer kann man ja interpretieren.
Harry fliegt und fliegt. Das tut er nun schon seit Ewigkeiten, durch weißGottwieviele Computerspiele, Konsolen mit weißderHimmelwievielen Erweiterungen etc. etc. Und nicht nur Harry fliegt...die Sims überfluten die Spielewelt, Ego-Shooter aller Art werden verkauft, Stragegiespiele ohne Ende...aber ist da wirklich eine besondere Veränderung erkennbar oder verkaufen uns, besonders im Bereich der Ego-Shooter, die Entwickler nicht seit Jahren ein und dasselbe Spiel ohne wirklich etwas nennenswert innovatives geschaffen zu haben? Das Prinzip bleibt doch das Gleiche.
Harry fliegt gegen eine Wand. Sieht lustig aus, aber er tut es immer wieder...das kann eigentlich keinen Spaß machen, denkt sich der Spieler, aber er lässt ihn weiterfliegen...inzwischen muss es doch eigentlich weh tun, oder? Und doch fliegt er weiter. Nicht nur, dass die meisten Computerspieler eine Art Sadismus entwickeln (mir ging es zumindest immer so...bei den Sims habe ich zuweilen viel Zeit damit verbracht, meinen Charakteren beim Verhungern zuzusehen...), wenn diese ihnen nur die Möglichkeit dazu bieten. Ferner mag Harry es ja auch, gegen seine vermeindlichen Freunde zu fliegen, ihnen Schmerzen zuzufügen und einfach nicht das Ziel erreichen zu wollen, aber dazu komme ich noch. Selbst, wenn es ihm nicht weh tut und wir den Sadismus außen vor lassen...Computerspiele machen anscheinend dumm. Die Protagonisten sind es ohnehin und alles, was wir künstliche Intelligenz nennen muss im Endeffekt von uns gesteuert werden und kann somit wahrlich ein Spiegel unserer eigenen, verdummten Persönlichkeit werden, die inzwischen soweit ist, dass sie nicht mal mehr die offensichtliche Monotonie des Lebens mit Computerspielen vertreiben will, sondern diese sogar in selbigen hinnzunehmen vermag...ein trauriger Abgang der Menschheit.
Der Computer ist eben nicht die Rettung unseres verkommenen Alltags.
A propos "Ziel nicht erreichen": Es dreht sich doch immer alles im Kreis. Ein Level ist wie das nächste, die Einfallslosigkeit der Programmiere hatte ich ja schon angesprochen, aber ebensowenig bringen uns die Spiele in menschlicher Hinsicht weiter. Wir spielen und spielen und wenn wir am Ende unseren Computer abgeschaltet haben sind wir nicht im geringsten weitergekommen als wir es vor Stunden waren.
Was Herr Krieger in seinem Film, nach meiner Interpretation, versucht, ist, uns klarzumachen, wie sinnlos eigentlich Computerspiele sind und wie sehr wir uns langsam ihnen angleichen, indem wir Harry immer und immer wieder und ohne jeglichen Sinn gegen eine Wand fliegen lassen.
Wir tun etwas, was gegen den Willen der Spieleschöpfer sind und sind damit doch eigentlich nur menschlich...denn wer will schon unbedingt Lord Voldemort besiegen, wenn es doch Spaß macht, einfach nur zu fliegen? Wieso können wir uns nicht damit zufriedengeben, dass wir es endlich, wenn auch nur virtuell schaffen, einen der größten Träume der Menschheit wahrwerden zu lassen? Wieso müssen wir unbedingt diesen Stein suchen und diesen Gegner töten?
Weil in solchen Spielen eine so faszinierende Tätigkeit wie das Fliegen vollends entmystifiziert wird.
Wenn selbst das schon geschaffen wurde, wurden uns bereits die letzten Träume genommen und wir finden uns in vollkommener Resignation wieder...soweit, dass wir in einem Spiel gar nicht mehr das Ende des Levels suchen wollen, sondern uns damit zufrieden geben, Harry gegen eine Wand fliegen zu lassen, warum wir das tun, wissen wir selbst nicht so genau.

So...natürlich war das, aus der Sicht eines Mainstream-Kinogängers ein schlechter Film, aber, wenn man sich darauf einlässt, regt er zum Nachdenken an.
Die Menschen zum Nachdenken zu bringen ist die wahre Kunst daran, doch dafür sind die meisten Benutzer dieses Forums anscheinend nicht bereit.
Versteht das bitte nicht als Kritik an eurer Intelligenz, ich sage damit nur, dass hier ein anderer Erwartungshorizont vorliegt, weswegen ich eine extra "Kunstsparte" in diesem Forum für eine gute Idee hielte, da die Filme dann nur von Leuten gesehen werden, die sich dafür interessieren.
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Waldwaechter
User
22.04.2007 21:39
Kommentare: 248
Forenbeiträge: 361

Nun eigentlich wollte ich hier ja nichts mehr zu schreiben...nur...damit eines klar ist. VK kennt mich nicht und ich kenne ihn auch nicht...von seinen Filmen habe ich mir bisher auch keine angeschaut.
Und so wie ich es gesehn habe,sind ja noch so einige nach mir gekommen,die abgesehn vom Rauskicken noch schlimmere Kritken abgaben.
VK
User
23.04.2007 06:01
Kommentare: 1020
Forenbeiträge: 255

Wenn du bisher keine Filme von mir gesehen hast, wieso kannst du dann im Thread "Schlechte Filme braucht die Welt" schreiben: "VK hat ansonsten ja gute Filme geliefert." ?!

Nächste Gelegenheit für dich: trnksprch ist heute freigeschaltet worden
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VK
User
23.04.2007 20:30
Kommentare: 1020
Forenbeiträge: 255

@Mister-Brown:
Vielen Dank für deine "Verteidigung" . Der Streit um Kunst- und Unterhaltungsfilmchen hier im AFM ist so alt wie das AFM. Dafür wurde dieses Forum für alternative Filme eingerichtet. Reicht auch.
Deine Interpretation finde ich ok, zeugt davon, dass du nicht einfach über solche Filme hinwegsiehst, sondern die Idee dahinter siehst und verstehst.
DH will nicht mehr als ein launiger Einfall sein, der an einem Tag mit einfachsten Mitteln realisiert wurde. Ich glaube, dass für die Umsetzung der Grundidee auch nicht mehr technischer Aufwand nötig ist.

Entscheidend ist die Geste
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Waldwaechter
User
23.04.2007 22:14
Kommentare: 248
Forenbeiträge: 361

@ VK
Nur damit du jetzt mal zu deinem Recht kommst....an hand der Punktzahl gehe ich davon mal aus das deine Filme gut sind.
Nur trauig das jeder sich sofort angepissst fühlt, wenn man die Begeisterung des Filmemachers nicht teilen kann und eine schlechte Kritik von sich gibt....
Das Tread " Schlechte Filme braucht..." habe ich ja nicht eröffnet...
Das Thema mit dem Kickout ist mittlerweile so alt wie Rom....statt das sich der Regisseur darüber ärgert ,sollte er sich mal die Frage stellen WARUM der Film geckit wurde...
Für mich perönlich ist das Thema DIRTY HARRY abgeschlossen....
ich werde mir für die Zukunft meine Kritiken sparen...denn das man dann schön persönlich sich dafür rechtfertigen muss ,finde ich nur blöd...
DIRTY HARRY war schlecht, ohne Mühe zusammengeschusster und in meinen Augen weder lustig noch sinnvoll....
Natürlich kannst du den Film gerne wieder hier reinsetzten(ich werde mir auch eine Kritik ersparen) jedoch denke ich mal...das es auch beim zweiten Mal nicht die Punktzahl erreichen würde ,die du dir ja gerne erhofft hättest...


Jumperman
User
24.04.2007 00:59
Kommentare: 214
Forenbeiträge: 248

@ Waldwaechter:

Ich denke, es liegt bei dir hauptsächlich daran, dass du deine Kritiken immer sehr schroff formulierst. Wenn du doch eh schon weißt - wie ich deinem Post entnehme - dass sich Leute bei schlechten Kritiken "angepisst fühlen", wieso schreibst du genau diese dann in einem so harten Stil?
Das Thema gabs schonmal und es gehört hier auch nicht wirklich in den Thread rein, aber ich wills mal erwähnen.
Klar bringt es nichts, Sachen schön zu reden. Aber ein Arzt spricht doch mit den Hinterbliebenen eines Verstorbenen auch in einem sehr sanften, schonenden Ton. Kein Prima Vergleich, aber ungefähr kommts hin.

Wenn du dich nämlich dann danach wunderst oder es "traurig" findest, wieso die Leute die negative Kritik so schlecht auffassen, dann solltest du dir mal die Frage stellen: WARUM wurde meine Kritik schlecht aufgenommen

Und bevor du jetzt ganz mit Kritiken aufhörst - wie du ja angegeben hast - wäre es doch ein Versuch wert, mal mit ein wenig Einfühlsamkeit an die Sache ran zu gehen.

Was bringt eine ungehobelte schlechte Kritik, wenn sie der Filmemacher genau wegen der ungehobelten Art nicht aufnimmt, sondern als Beleidigung auffasst und links liegen lässt. Mit Freundlichkeit kommt man überall weiter. Man muss es ja nicht extra schön reden, aber beim "Böser Cop, Guter Cop"-Spielchen ist der "Gute Cop" immernoch der, auf den die Verbrecher dann mehr hören!
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Five
User
30.04.2007 18:38
Kommentare: 96
Forenbeiträge: 59

Ich habe mir Dirty Harry nur wegen dieses Threads angeschaut. Soo ich gebe keine Kritik zum Film ab auch nicht zu der laufenden Diskusion.

Was mir aber auf den Herzen liegt ist das was VK mit dem Film ausdrücken will. Ich denke er wollte einfach den leuten die schon mitte 20 und älter sind die Computerspiele Teilweise noch in 2d und monotonem Sound.

Ich weiß noch wie ich damals auf dem C64 Mafia gespielt habe, In Duke3d solange Türen gedrückt bis sie nur noch in sich selber zu gingen (sah abstruse aus), In Max Payne und Enter the Matrix einfach nur Stundenlang durch Fensterscheiben in Zeitlupe gesprungen ist. Blutgrätschen beim Torwart in Fifa was immer eine Rote nachsich zog.

Ich denke er wollte uns einfach mal wieder zeigen das man nicht immer soooo spielen muss wie die Entwickler es vorsehen. Spaß haben und in Nostalgie schwelgen.

Ich fands als Experimentalfilm durchausgelungen und hätte eine 8 gegeben.

Gruß Five
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